Wo beginnen wir und wo enden wir?

Der Weg zu uns Selbst

 

Wo etwas beginnt, ist oft schwer zu greifen. Das ist nicht nur mit dem Universum und dem Dasein von Leben und Tod so. Jeder von uns beginnt und beendet etwas, Tag für Tag, und doch so selten an dem Punkt, an dem er es vermuten würde.

 

Dies gilt ganz besonders für eine ganz spezielle Reise, die jeder Mensch früher oder später wählt. Die Reise zu sich selbst. So mancher biegt nach ein paar Metern ab, weg vom eigenen Sein, mancher kehrt um und steht für lange Zeit oder gar für immer wieder am Ausgangspunkt.

Und doch – jeder beginnt diese Reise einmal, doch nur ein Bruchteil der Menschen bemerkt es. Warum ist das so?

 

Die unbegreifliche Weite des Universums findet sich in jedem von uns wieder. Das klingt für den Einen oder Anderen zu spirituell, im Grunde ist es jedoch nur ein Sinnbild.

 

Unser Unterbewusstsein ist so tief und weit, dass es wohl nur die Wenigsten schaffen, es so weit zu ergründen, um mit Fug und Recht behaupten zu können – Ja, ich kenne und erkenne mich vollständig!

Das liegt vor allem daran, dass wir uns jeden Tag in jeder einzelnen Stunde weiter ausdehnen. Wieder finden wir zum Sinnbild des Universums zurück und können weder einen Anfang, noch ein Ende greifen oder begreifen.

 


 

Nun ist die Problematik schon etwas deutlicher, doch gerade beim Thema Selbstfindung ist die Grenze zwischen dem Beginn und dem Weg, auf dem wir uns befinden, so undeutlich wie in keinem anderen Fall. Dazu müssen wir uns einige Fragen stellen:

 

 

Was macht er eigentlich mit uns, dieser Weg der Selbsterkenntnis? Wohin führt er und was ist sein Ziel? 

 

Das Ziel eines jeden Menschen ist, die Welt annehmen zu können, wie sie ist. Glück und Freude zu empfinden, die Tage genießen zu können und über sich sagen zu können: Ja, ich mag mich und mein Leben.

 

Um das alles zu erreichen gibt es keine Abkürzungen, keine Teleportation und keinen einmaligen Trick, der einem den Reichtum der Welt in den Schoß legt. Auch wenn viele denken, all das im Außen zu finden, so ist das ein gefährlicher Irrtum. Der Grundstein des Glücks liegt immer im Innen, nie im Außen.

 

Nun ist es jedoch so, dass Selbsterkenntnis stets zuerst schmerzhaft erscheint. Kein Mensch auf dieser Welt kann von sich behaupten, niemals im Leben Schmerz empfunden zu haben. Und doch stoßen wir diesen Schmerz von uns, wir wollen ihn ja nicht fühlen, wir wollen doch glücklich sein!

 

Um sich selbst wahrhaftig zu erkennen, ist es aber wichtig, sich vollständig zu erkennen. Und so führt der Weg zwangsläufig auch durch die schlimmen Zeiten unseres Lebens. Durch Lügen und Neid und Betrug und die schlimmsten Dinge, die wir immer schon von uns gewiesen haben.

 

Wir haben Schreckliches erlebt, wir haben Schlimmes getan, aber nein – das wollten wir nicht, das gehört nicht zu uns.

 

Und genau hier haben wir den Punkt, an dem wir beginnen, unseren Weg zu gehen, es aber nicht bemerken.

 

Weil unser Ziel mit unserem aktuellen Zustand kollidiert.

Weil wir uns oft nicht einmal bewusst sind, dass wir hier gerade dabei sind, einen Teil unserer Selbst wieder zu finden in all den dunklen Schatten, die uns plötzlich begegnen.

 

Und dann kehren wir um. Es tut zu sehr weh, es ist nicht das, was ich leben möchte, so möchte ich nicht sein. Dabei vergessen wir, dass wir es längst sind. Nicht nur, aber auch. Es ist ein Teil von uns. Der unbeliebteste Teil, der unangenehmste, ja vielleicht sogar der verhassteste Teil. Aber doch gehört es zu uns und wird es auch immer tun.

 

Erst wenn wir diese erste Grenze überwinden und weiter voranschreiten, ist es uns möglich, den Sinn dahinter zu erkennen. Warum wir tun, was wir tun.

 

So mancher scheitert.

So mancher springt Jahrelang um die Grenze herum, vor und zurück und wandert die Grenze auf und ab, anstatt sie schlicht sein zu lassen, was sie ist.

 

Der erste Schritt.

Der Anfang, den wir nicht als solches erkennen. Wie sollten wir auch? Den Anfang des Universums haben wir bislang auch noch nicht ausgemacht. 


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